Tag 15 - Immer Gas geben

Wie Walter Hellmich beim Erstligisten MSV Duisburg und in seiner Unternehmensgruppe „alle Register zieht“.

Heute sind wir in Duisburg-Wedau, in der MSV-Arena – und warten in der geräumigen Lounge der Hellmich-Gruppe auf den MSV-Boss. Nach wenigen Minuten geht schwungvoll die Tür auf und ein gut gelaunter Walter Hellmich betritt den Raum. Für gute Stimmung hat der 63-Jährige, der den Fußball-Erstligisten MSV Duisburg als Aufsichtsratsvorsitzender führt, auch allen Grund: Sein Bauunternehmen hat in dieser Woche den Zuschlag für den Bau des neuen Stadions in Aachen erhalten. Ein-50-Millionen-Euro-Auftrag.

Das ist Hellmichs anderes Leben neben dem MSV. In der breiten Öffentlichkeit ist er vor allem als Macher des traditionsreichen Fußballclubs bekannt; als derjenige, der die weiß-blauen Zebras 2002 vor dem Ruin rettete; als derjenige, der den MSV nach nur einer Saison Zweitklassigkeit wieder in die erste Liga zurückführte.

Als Unternehmer aus Dinslaken baut er Stadions, Straßen und Brücken, betreibt Senioren- und Pflegeheime, investiert in Biokraftstoffe. Und im kommenden Jahr will der umtriebige Manager, dessen Motto "Gas geben" lautet, mit dem Paketdienst Red Parcel Post groß in die Logistik einsteigen – und der Deutschen Post Konkurrenz machen. Laut Presseveröffentlichungen beschäftigt die Hellmich-Gruppe vom Niederrhein rund 1500 Mitarbeiter und macht einen Umsatz von rund 300 Millionen Euro. Ein Mittelständler, der der seit Jahren miesen Baukonjunktur erfolgreich trotzt. „Ich bin jetzt 39 Jahre im Geschäft, und wir haben nie rote Zahlen geschrieben“, sagt Hellmich, der für seine verschachtelte Unternehmensgruppe keine Zahlen veröffentlicht. „Da müssen sie schon alle Register ziehen.“

Wer wissen will, wie Hellmich den MSV wieder auf die Sprünge half, liest unten weiter. Wer erfahren möchte, wie er von der Doppelrolle Unternehmer - MSV-Präsident profitert und was aus dem MSV-Spieler Ailton wird, klickt auf den roten Button:     


Link: sevenload.com

 

Alle Register hat der gebürtige Duisburger auch bei der Sanierung des MSV gezogen. Ursprünglich sollte er nur die MSV-Arena bauen, doch Hellmich merkte schnell, dass der Verein mit seinen damals neun Millionen Euro Schulden kurz vor der Pleite stand und das neue Stadion gar nicht bauen konnte. Und so übernahm er Mitte 2002 den MSV-Chefposten, baute die Arena – und sanierte den Club. Mit seinem Rezept „Kosten runter und Einnahmen rauf“ kürzte er den Spielern die Gehälter, stutzte die Verbindlichkeiten, mobilisierte die örtlichen Unternehmen als Sponsoren für den MSV und baute das Geschäft mit Fanartikeln aus. „Wir verkaufen heute an drei Tagen soviel, wie vor drei Jahren an 365 Tagen“, sagt Hellmich. Und die zur Saison 2007/08 über 13 000 verkauften Dauerkarten bedeuten Vereinsrekord. Inzwischen schreibt der Verein wieder schwarze Zahlen und hat für die aktuelle Saison ein Budget von rund 30 Millionen Euro.

Ohne Hellmich, der früher Tennis sponserte und erst in Duisburg den Reiz des Fußball für sich entdeckte, läuft beim MSV nichts. Einen Manager, wie ihn alle anderen Bundesligisten haben, besitzen die Duisburger nicht. Wo in anderen Vereinen wie Bayern München das Big Business herrscht, agiert Hellmich beim MSV hemdsärmelig und mit den Gepflogenheiten eines Mittelständlers. Der „Spiegel“ nennt ihn „den letzten Patron der Bundesliga“. Seine patriarchalische Art trifft nicht immer auf breite Zustimmung. Als er sich etwa von dem beliebten MSV-Torwart Georg Koch im Alleingang trennte, gab es zahlreiche Proteste der Fans. Doch Kritik perlt an Hellmich ab, der Erfolg ist auf seiner Seite.

Sein Ziel ist es, den „Verein dauerhaft in der ersten Liga zu etablieren.“ Und da wäre es natürlich ganz gut, wenn der MSV am Samstag im Auswärtsspiel gegen Hansa Rostock drei Punkte holen würde. Wie lautet seine Prognose? Auf einen exakten Tipp will Hellmich sich nicht einlassen, aber er ist sich sicher: „Wir werden gewinnen“ – und das sehen 56,05 Prozent der Fans im MSV-Internetforum genauso. 23,39 Prozent tippen auf ein Unentschieden und 20,56 Prozent – angesichts des aktuellen Verletzungspechs in der Mannschaft – auf eine Niederlage.

Kommentare:

Bilal schreibt am 17.02.2008 18:08:

"Mehr Menschlichkeit, wie ich dem Klub entgegenbringe, geht gar nicht."
Also bitte Herr Hellmich, wer hat denn Bernhard Dietz aus dem Verein geekelt ??? Er wäre der perfekte Trainer gewesen !!!
Wieso holt man denn immer wieder Trainer, die nur wenig Erfahrung haben ???
Man hätte Seppo Eichkorn, Bernhard Dietz an den Verein binden sollen.
Wenn ich so zurückschaue, welche Trainer unseren MSV trainiert haben: "Kopfnuss" Meier, "Ninja" Littbarski, "Schwarz-gelber" Kohler.
ES MUSS EIN TRAINER HER, DER SICH MIT DEM VEREIN IDENTIFIZIERT !!! UND WIR WOLLEN AUCH KEINE SÖLDNERTRUPPE, DIE SICH GENAUSOWENIG MIT DEM VEREIN IDENTIFIZIEREN !!!
Nur weil man ein neue Arena gebaut hat, bedeutet es nichts. Die hätte man auch ohne sie bauen können.
Durch ihre Präsenz beim MSV haben sie sich doch aus der Insolvenz gerettet. Man braucht sich nur die Bauvorhaben anzusehen im Umkreis von Duisburg (und weiter).

Es müssen Spieler her wie Ferenc Schmidt, Patrick Notthoff, Thorsen Wohlert, Joachim Hopp, Bachirou Salou, Carsten Wolters etc. !
Oder wissen sie nicht mehr, welche Spieler das waren als Schalke Mitglied ???

Woher kennen sie denn Bruno Hübner ? Auch ein sehr guter Freund von ihnen, der alles macht, was sie ihm sagen genauso wie die "Marionette" Bommer ?
Die Zuschauer werden in der nächsten Saison (2.Liga) nicht mehr so oft in die Arena kommen, da bin ich mir sicher.

Zuletzt möchte ich ein Zitat einbringen von der Gruppe "Die Bandbreite" :
"...wer gegen Herne-West verliert, dat is unser MSV !"

dirk angelowski schreibt am 30.12.2007 21:18:

hellmich raus

dirkie_de schreibt am 28.10.2007 13:35:

Hallo!!

Walter Hellmich beeindruckt mich immer wieder und ich hoffe, dass er seine Ziele bald erfüllen kann und die Zebras an die Spitze bringt. Es wäre doch klasse, wenn man beim Spiel Schalke gegen Duisburg von einem Spitzenspiel reden dürfte.

Gruß
Dirk

Mark Dorn schreibt am 27.10.2007 10:20:

Herr Hellmich arbeitet mit Herzblut am für den MSV, er ist ein Wirtschaftsfachmann, weiss wie man Business macht. Bin ihm dankbar für alles was er für den Verein getan hat, aber solangsam wünsche ich mir einen Manager, das ist notwendig wenn man sich in der Bundesliga etablieren will.
Herr Hellmich soll einfach Präsident und Schatzmeister sein, um das Sportliche (wie Scouting, Verhandlungen, Markt sondieren) muss sich ein Fachmann kümmern!!!

jürgen mochalski schreibt am 29.09.2007 18:35:

Ohne W.Hellmich wären in Duisburg schon längst die Lichter aus.Ohne W.Hellmich kein neues Stadion und allerhöchstens Mittelfeldplatz in der zweiten Liga.

Martin schreibt am 22.09.2007 12:11:

Hellmich ist únd bleibt ein Sonnenkönig. Das sieht man in dem Video sehr schön. Noch liegt die Betonung auf Sonne, denn sicher hat er ein unternehmerisches Händchen. Aber es ist nahezu ausgeschlossen, dass er den MSV an die Tabellenspitze führt. Dafür ist die Chance, entsprechende Sponsoren zu finden, die sich hinter einen Verein klemmen, zu klein. Der FC Bayern ist auch deshalb einsame Spitze in Sachen Fangemeinde, Sponsoren und dementsprechender Finanzierung, weil er Ortmonopolist ist oder vielmehr Regionalmonopolist. 1860 kann man ja getrost vernachlässigen. Eine solche Monopolstellung kann man mit einem Ruhrgebietsverein nie erreichen, weil die Vereinsdichte viel höher ist und die Rivalitäten der Ruhrgebietsvereine legendär - und insofern ist auch die Fangemeinde nur endlich ausbaubar. will sagen: Hellmichs Möglichkeiten sind limitiert.

Ingo schreibt am 21.09.2007 08:36:

Zupackender Typ, der Herr Hellmich. Zeit mal wieder, was Wandel am Ende ausmacht: Einsatz, Einsatz, Einsatz. So einfach ist das.

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