Tag 7 - Multikulti auf 47 Meter Höhe

Die türkischen Brüder Akkurt haben mit ihrem umgebauten Wasserturm ein Industriedenkmal für alle geschaffen. 

Heute sind wir in Duisburg-Hochfeld. Der restaurierte Wasserturm ist unser Ziel - und es ist ein Ausflug in eine andere Welt. „Kafeteryamiz 11. Katdadir“, „Cafeteria in der 11. Etage“ prangt in türkisch und deutsch auf dem großen Plakat am Fuße des Turms, im Aufzug steht zweisprachig „Eltern haften für ihre Kinder“ – der ehemalige Wasserspeicher lädt vor allem die Anwohner des Viertels zu einer gemütlichen Kaffeerunde in 47 Meter Höhe ein. In dem seit Juni eröffneten Panorama-Café ist der Blick über die Stadt fantastisch – und die Preise zivil. Bis 12 Uhr wird beispielsweise ein Frühstücksbüffet inklusive Kaffee oder Tee für fünf Euro angeboten. „Wir haben viele Gäste aus der direkten Umgebung“, sagt Mustafa Akkurt, einer der Eigentümer des Wasserturmes. 

Diese Station in der Route der Industriedenkmäler ist denn auch wohltuend anders als die mit öffentlichen Milliarden restaurierten Kulturtempel der Region. In der Jahrhunderthalle in Bochum oder in der Zeche Zollverein in Essen trifft sich die Elite des Ruhrgebietes in postindustriellem Ambiente zu Theater und Tanz - im Wasserturm die Rentner aus Duisburg zu Kirschstreusel und Kaffee.

Die türkischen Brüder Merlüt und Mustafa Akkurt kauften 1997 den seit Jahrzehnten stillgelegten Wasserspeicher und die angrenzende Industriebrache. „Das war schon ein bisschen verrückt, aber wir waren begeistert von dem Objekt“, sagt Mustafa Akkurt. In neun Jahren bauten sie für 6,5 Millionen Euro den denkmalgeschützten Turm, der 1917 zur Versorgung der Dampflokomotiven mit frischem Wasser errichtet wurde, zu einem ungewöhnlichen Bürogebäude um.

Das Café mit Rundum-Terrasse macht das Wahrzeichen des Stadtteils Hochfeld zum neuen Ausflugsziel. Der Blick von der 11. Etage reicht von der Duisburger Altstadt, der Stadtmitte bis hin zum Sportpark – und an klaren Tagen bis nach Düsseldorf. Auch im Inneren des Cafés gibt es ein Panorama zu sehen: Ein aserbeidschanischer Künstler hat die Wände mit einer türkischen Euphrat-Landschaft bemalt.

Café im Wasserturm 
Paul-Esch-Str. 54
47053 Duisburg
Öffnungszeiten: 9 bis 22 Uhr, täglich

Kommentare:

Der Brammi schreibt am 27.01.2010 01:11:

Hallo Ihr lieben Lessr.
Die letzten Einträge über den Turm sind ja schon etwas älter. Ich bin sowohl vor längerer Zeit als auch in jüngster Zeit mehrfach im Kaffee gewesen. Abgesehen davon, dass die Preise sehr moderat angeglichen wurden, gibt es weder am Service noch an der Qualität des Frühstücks was zu meckern. Ganz im Gegenteil. Wir gehen dort immer wieder gerne hin um mal gemütlich mit Freunden zu frühstücken und die Aussicht zu genießen, die im Grunde unbezahlbar ist. Ein Erlebnis, das ich nur weiter empfehlen kann.
Der Brammi

duisburger_jung72 schreibt am 30.11.2008 12:47:

Guten Tag

ich bin schon sehr oft im Cafe gewesen und ich muss sagen, sowohl das Angebot, als auch die Preise. sowie die Mitarbeiter sind sehr angemessen.

Für Erwachsene haben wir 5 Euro bezahlt. Für Die Kinder die in die Schule gehen auch 5 Euro, für Kindergartenkinder 2,50 Euro und für Kinder < 3 Jahren haben wir nichts bezahlt.
Der Orangensaft war in dem Frühstück der Kinder mit enthalten und haben nichts extra zahlen müssen, ausser den Saft für meine Frau.

Ich kann das Cafe jedem weiterempfehlen. Jeder, mit dem ich bisher gesprochen habe, war äusserst zu frieden. Arbeitskollegen, Nachbarn, Freunde...

und für 5 Euro, mit dem Ausblick und all you can eat ist wirklich nichts auszusetzen.

Liebe Grüße

Harald M.

Katja schreibt am 30.11.2008 11:52:

Also, ich hoffe wirklich, Anjas Erlebnis war ein Einzelfall. Schön wär's ja, wenn sich noch ein paar andere Leute melden, die im Wasserturm waren und von ihren Erfahrungen berichten. So ergibt sich dann vielleicht ein besseres Bild über Qualität und Service.

enes akkurt schreibt am 27.11.2008 15:46:

sorry, die öffnungs zeiten sind 9 uhr morgens bis 8 uhr auser dienstags und bitte reservieren sie für das frühstück vor die nummer heißt:0171/7044179 oder 0203/6693850

enes schreibt am 27.11.2008 15:42:

das kaffe gehört mein vater und ich find es super gemüdlich und sauber ich bin jetzt fast jeden tag da zum frühstück 5 euro finde ich ja gar nichts

Anja Maurischat schreibt am 02.11.2008 20:38:

Hallo,
Ich wollte heute morgen schön Frühstücken....wir kamen dort an....und bekamen weder...kaffee noch löffel.....salzstreuer mit öffnungen...mit denen man eigentlich ein Scwein, oder ne Kuh salzt.....

Ich wurde dort beschimpft weil ich einen 2. teller nahm....der erste war mit nutella beschmiert....danach sollte er salat bekommen....dann wurde ich dazu aufgefordert....meinen teller zu säubern....also für 5 euro....erwarte ich etwas mehr....am liebsten möchte ich es dem Verbraucherschutz melden....trinken (orangensaft) für kinder muss extra bezahlt werden....na tolles menü! büffet vom miesesten....dort geh ich nie wieder hin....wo man als gast beschimpft wird !!!!!!!!!!!!!!!!!

Wiesner Ayşe schreibt am 10.05.2008 12:10:

Merhaba,
Ben pazartesi 12.05.2008 günü sabah kahvaltı için 7 kişilik yer ayırtmak istedim ama telefon numaranızı sayfanızda bulamadım.Bana müsait olup olmadığınızı bildirmeniz ricasıyla..

Selamlar
Ayşe Wiesner

Tunahan schreibt am 01.01.2008 11:41:

eine sehr gemütliche ecke da oben...
vor allem die preise..

Katja schreibt am 13.09.2007 23:35:

Liebe Karla:

Einen Standpunkt muss man sich aus meiner Sicht erstmal erarbeiten. Es ist eine Seuche des Journalismus 1.0, eine Haltung einzunehmen gegenüber Dingen, die man eigentlich nicht beurteilen kann.

Insofern würde ich eher von Beobachtungspunkt reden wollen - erstmal jedenfalls - im zweiten Schritt soll die Beobachtung, vor allem aber die Diskussion dazu führen, Strukturen, vor allem aber Menschen, zu verstehen. Die - wie Du es nennst - Gesetze dann zu leben - wäre in der Tat SEHR ambitioniert.

Lernen(!) - soviel ist klar, kann man jede Menge vom Ruhrgebiet und den Leuten, die hier leben. Und darauf kommt es uns an. Wir haben auf unserer Tour schon sehr viele interessante, inspirierende Gespräche geführt.

Tag 8 liefert dafür ein schönes Beispiel. Eines das richtungsweisend ist für das Ruhrgebiet - und nicht nur für diese Region: Es zeigt, dass es Leute gibt, die selbst aus einer aussichtslosen Situation noch etwas machen - mit Mut, Entschlossenheit und Leidenschaft. Leute, die alles aus ihren Möglichkeiten machen - und sich nicht aus Bequemlichkeit aufs Lamentieren beschränken.

Und davon, glaube ich, könnten wir mehr gebrauchen - nicht nur im Ruhrgebiet.

Wir würden uns freuen, wenn Du weiter mit uns diskutierst und uns hilfst, mehr mutmachende Beispiele zu finden. Herzliche Grüße, Katja



Karla Schwede schreibt am 13.09.2007 18:55:

Liebe Potteusen,

eure Seite ist ja ganz schick, die Idee auch nicht schlecht.

Eines verstehe ich allerdings noch nicht ganz: Wo ist euer Standpunkt?

Beobachtet ihr das Ruhrgebiet von außen, also wie einen gemeimnisvoll wimmelnden Ameisenhaufen, den ihr anderen Nicht-Ruhrgebietlern durch die Grzimeksche Lupe zeigt?

Darauf deutet eine Bemerkung zum Tag 3 hin: "Dieses Festival gehört zu DEN Kulturereignissen der Region (sagen Kulturfans)."

- Jau, der kulturinteressierte Ruhrgebietler kennt die RuhrTriennale tatsächlich. Dass sie DAS Ereignis ist, muss man ihm nicht erzählen.-

Oder begebt ihr euch forschend in den Dschungel und versucht seine Gesetze zu verstehen und zu leben? Letzteres wäre ein äußerst ambitioniertes Unterfangen für Externe.

Nun ja, Forschergeist ist immer lobenswert. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Katja schreibt am 13.09.2007 14:12:

wird erledigt. Dann kannst ma sehen, was wir da seh'n... :-)

Der.Qn schreibt am 13.09.2007 13:46:

Nach den diversen Höhepunkten des Potts, die Ihr schon im Blick hattet, fehlt jetzt noch das Highlight aus Oberhausen ... mit dem passenden Soundtrack der (Ex-) Misfits (de.wikipedia.org/wiki/Missfits):

„Steh’se aufm Gasometer im Sturmesbrausen un alles watte siehs is Oberhausen….“

Mal sehen, was Ihr da seht.

T.

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