Bude 1 - Von langen Öffnungszeiten und Madonna-Bildern

Wie sich in Wanne-Eickel drei Trinkhallen auf nur einem Kilometer gegenseitig Konkurrenz machen.

„Internet - High School Kids“ prangt in blauen Lettern auf der Fensterscheibe der Trinkhalle in der Kurhausstraße 64 in Wanne-Eickel. Vor drei Jahren richtete der türkischstämmige Budenbetreiber in seiner Trinkhalle, die sonst ein ganz normales Sortiment von Eis, Eiern und Essig bietet, ein paar Sitzplätze mit Computern ein. Das Geschäft lief ganz passabel an, doch heute kommt kaum noch jemand zum Surfen vorbei; viele haben inzwischen ihren eigenen Internetanschluß zu Hause. Der Besitzer überlegt, sein Internet-Café zu schließen: „Die Geschäfte laufen schlecht. Das liegt auch daran, dass es hier in der näheren Umgebung so viele Trinkhallen gibt.“

Ein paar Hundert Meter weiter an der Ecke Kurhausstraße/Dorneburgerstraße steht die Bude von Karina Renno. Sie betreibt die rote Trinkhalle erst seit ein paar Wochen – und kann noch nicht viel zum Umsatz sagen. „Die Bude war lange Zeit geschlossen, es muss sich erst rumsprechen, dass hier wieder verkauft wird.“ Und das fast rund um die Uhr: Von 5 Uhr bis 24 Uhr verkauft die Osteuropäerin, die noch einen Kiosk an einer Berufsschule in Herne betreibt , belegte Brötchen, Kaffee und Zeitungen – und setzt die Wettbewerber in der Straße mit den langen Öffnungszeiten ganz schön unter Druck. Doch für Renno ist klar: „Wer Umsatz will, muss früh aufmachen und spät schließen.“

Die Trinkhalle in der Dorneburgerstraße 14 setzt da einen ganz anderen Schwerpunkt. Sie führt - neben dem üblichen Angebot von Getränken, Süßigkeiten und einem großen Zeitschriftenregal - vor allem kitschige Geschenkartikel: von  Madonna-Bildern, Plastikblumenketten, Hummelfigur-Imitaten bis hin zu lilafarbenen Plüschhunden.