Stunde 0 - Neuanfang!

Hot Pott oder Looserland? 

„Das Ruhrgebiet wird das gleiche Schicksal erleiden wie Mecklenburg-Vorpommern.“ Dieses vernichtende Urteil stammt von einem Top-Manager eines Ruhrkonzerns, den wir neulich abends beim Bier befragten.

Durchaus Chancen für die Zukunft des Reviers sieht Dieter Gorny. Der künstlerische Direktor der Ruhr 2010 GmbH        hofft auf eine florierende „Kreativ-Wirtschaft“, die in Großbritannien bereits für die wirtschaftliche Belebung ehemaliger Industrieregionen gesorgt hat. 

Zwei Menschen, zwei Meinungen. Fragt man Leute nach Perspektiven für den Pott, entwerfen sie Doomsday-Szenarien oder Bilder von blühenden Landschaften.

Die Diskussion wird seit Jahrzehnten geführt und bekommt durch die Wahl Essens zur Kulturhauptstadt 2010 neuen Zündstoff. Viele befürchten, das Ruhrgebiet könne zur Kulisse der Kulturschickeria verkommen, die sich und die Kunst zwischen alten Zechen feiert, während die Innenstädte weiter veröden, die Arbeitslosigkeit steigt und der Strukturwandel Menschen ratlos zurücklässt.

Befördert also die Förderung von Kultur die gesellschaftliche Spaltung? Zwischen dem Lamento über den drohenden Niedergang und dem Marketinggetöse von Verbänden und Fördervereinigungen kommen die Menschen, die die Zukunft aktiv gestalten, viel zu selten zu Wort.

Wir möchten mit Geschichten über die Macher aus der Region den Dialog um die Zukunft des Ruhrgebiets befeuern: mit Geschichten vom Scheitern, Verhindern und Beginnen, vom Durchhalten und Gelingen.

Geschichten vom Ärmel hochkrempeln und vor allem vom Machen. Denn nur wer anpackt, kann etwas bewegen. Und pragmatische Macher müsste es ja im Ruhrgebiet mehr als genug geben?!

Also treten Sie mit uns in Kontakt: Pott2Null ist ein unabhängiges, überparteiliches Non-Profit-Projekt. Offen, multimedial, multikulturell. In diesem Sinne freuen wir uns auf Vorschläge für interessante Orte und Menschen, die wir mit dem Pottsblitz besuchen sollen. Außerdem freuen wir uns auf eine spannende und konstruktive Debatte. Auch für unser Projekt gilt: Gelingen kann es nur, wenn möglichst viele mit anpacken.

1. September 2007, Katja Marjan und Annette Rueß

 Copyright Fotos: Henryk Lippert (Fabrik Bochum), Ulrike Hammerich (Förderturm Zollverein), Rainer Schmittchen (Rolltreppe Essen)