Profi-Grill - Der Lafer der Pommesbude

Das Ruhrgebiet ist die Hochburg der Currywurst - zu Besuch bei einem Marketing-Profi an der Friteuse. 

Heute wird es traditionell: Wir essen CurryPommes. Dafür fahren wir nach Bochum-Wattenscheid zu Raimund Ostendorp. Ihm gehört der Profi-Grill; eigentlich ein ganz normaler Imbissladen. Doch Ostendorp ist ein Marketing-Genie und inzwischen Deutschlands meist porträtierter Grillkoch. Ob „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Feinschmecker“ oder „Financial Times Deutschland“, ob WDR, Vox oder Spiegel TV - alle waren sie schon in Wattenscheid, um die Currywurst oder das Jägerschnitzel von Ostendorp zu testen. Und natürlich wollten auch wir wissen, was dran ist, am Johann Lafer der Pommesbuden-Szene.

Das Erste ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit:  Seine Pommes und das Jägerschnitzel sind wirklich lecker - und zweitens hat der hochgewachsene Koch vor 16 Jahren mal in der Drei-Sterne-Küche gearbeitet. Er war bis 1990 Demi-Chef de Cuisine im Sterne-Restaurant Schiffchen in Düsseldorf-Kaiserswerth. Das ist zwar schon lange her, aber er profitiert bis heute von seiner Vergangenheit – nicht immer zur Freude seiner Konkurrenten : „Klar sehen die das nicht so gern“ sagt Ostendorp , „aber ich war halt mal Teil eines anderen Systems und deswegen finden die Leute mich interessant“, sagt Ostendorp.

Die Arbeit bei den Meisterköchen hatte ihm damals gut gefallen, er brachte „Leistung, Leistung, Leistung“ – doch irgendwann wollte er raus aus der „Psychomühle“ und der 80-Stunden-Woche. Er wollte sich selbständig machen, sein eigener Herr sein. Ein normales  Restaurant sollte es nicht sein, sondern er wollte „Schaschliks machen, die von Millionen gegessen werden.“ Und so landete er mitten im Ruhrgebiet, der Hochburg der Currywurst - und verdient jetzt sein Geld mit "Volksverkostung".   

Sein Imbiss unterscheidet sich äußerlich kaum von der Dönerbude oder dem Grillstand um die Ecke, auch das Angebot ist gleich, doch bei der Zubereitung setzt der 39-Jährige eigene Akzente: Das Fleisch kommt vom Metzger, die Salate macht er selber, das Schnitzel brät er nicht in der Fritteuse, sondern in der Pfanne. Mehr Aufwand wie etwa eine selbst gemachte Mayonnaise würde sich allerdings nicht lohnen, denn „das bezahlt mir hier keiner“. Warum das so ist, erklärt Ostendorp zwischen Currywurst und anderen Dingen. Einfach auf den roten Button klicken und los geht’s.


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