Ruhr 2030 - Orwell, Hurz! oder: Ein Gottesdienst der besonderen Art

Der Zukunftskongress Ruhr 2030 gleicht einem Sektentreffen.

Bis zum Schluss wird nicht ganz klar, wer oder was hier eigentlich angebetet wird: Werner Müller - oder ein Multimedia-Messias mit Namen Mr. Zukunft oder die Bundeskanzlerin.

Die Zukunfts-Konferenz „Contract Future 2030“ in Essen,  ausgerichtet vom Initiativkreis Ruhrgebiet liefert wenig Inhalt und jede Menge Visionen – wir fühlen uns jedenfalls ständig an Helmut Schmidt erinnert.
Übertönt von greller Zukunftsmusik tanzen Hohepriesterinnnen des Wandels über die Bühne und rufen „Mr.Zukunft“ an. Letzterer wirkt wie eine Orwellsche Figur oder der Sektenführer einer Freikirche.

Im Publikum lauschen 400 mehr oder minder Wirtschaftsprominente den Worten der Zeremonienmeister Müller und Mr. Zukunft (unter den Gästen: Rudi Assauer! von der TAG GelsenData Internet GmbH & Co. KG!).

Den Höhepunkt erreicht die - an einen bizarren Gottesdienst erinnernde - Veranstaltung, als Angela Merkel den Raum betritt: Die Gemeinde erhebt sich und huldigt der Kanzlerin.

Als in einem der eingestreuten Expertenbeiträge die Bemerkung fällt, man könne sich vorstellen, zur Verflüssigung des zähen Verkehrs im Ruhrgebiet die A40 mittelfristig zumindest an bestimmten Wochentagen für den PKW-Verkehr zu öffnen und den LKW-Verkehr ausschließlich auf die A42 zu leiten. Da raunt das Publikum: Endlich was Konkretes!

Uns gefällt am besten der Typ auf der Bühne, bei dem wir uns fragen, ob sich Hape Kerkeling wohlmöglich als Werner Müller verkleidet hat und seine legendäre „Hurz“-Nummer fürs Business-Publikum abgewandelt vorführt?!

Burkhard Schwenker, Chef der Unternehmensberatung Roland Berger – eine von sechs (!) Beratungen übrigens, die an dem Zukunftsprojekt herum murxen durfte – fand die Show „TOLL“!

Aber sehen Sie selbst – einfach auf den roten Button klicken und los geht’s:

 


Link: sevenload.com