Zoo Zajac - Nemo 2.0 - oder: Ein Besuch im Zoopalast

Einfach schwimmen - einfach schwimmen: Unternehmertum im Ruhrgebiet.

Neuanfang. Puh, gar nicht so leicht. Wochenlang vorbereitet – und dann: Wie soll der Start aussehen? Leicht, schwer, provokant, lustig, laut, interessant? Am besten von allem etwas! Das Wetter ist eher durchschnittlich und das Wochenende steht vor der Tür. Also machen wir Familienprogramm.

Das Sea Life besuchen? Angesichts der durchaus steilen Eintrittspreise von fast 50 Euro für die Familie lassen wir die Oberhausener Filiale des Aquazoo-Imperiums aus.

Wir machen uns auf den Weg nach Duisburg. Schließlich wollen wir was über das Unternehmertum lernen – und jede Menge Fische und andere Tiere gibt es bei diesem Besuch gratis dazu! Und das Beste ist: Wer gar nicht vor die Tür gehen möchte, der bleibt zu Hause und guckt einfach unser Video als Endlosschleife und schwimmt mit Nemo 2.0, einem Clownfisch, durch Zoo Zajac. Wer  mehr wissen möchte, liest unten weiter. Wer direkt losschwimmen will, klickt auf den roten Button - los geht's:

Link: sevenload.com

 

Zajac, das ist ein Zoopalast im Obi-Format mit einer Fläche von über 8000 Quadratmetern – was normalerweise eher der Größe eines Baumarktes oder Garten-Centers entspricht.

Klein zu denken lag den Tierfreaks nie: Sie wollten hoch hinaus. Wenn der Begriff ‚Unternehmer‘ von unternehmen kommt; also davon, sich zu regen, zu bewegen, sich aufzumachen in unbekannte Gefilde, sich von Gewohntem zu lösen und immer was Neues auszuprobieren, dann sind die Zajacs Unternehmer im wahrsten Sinne des Wortes.

Insgesamt sieben Familienmitglieder arbeiten in der Firma mit. Die Idee basiert auf der Tierverrücktheit der drei Brüder Norbert, Wolfgang und Manfred. Schon Mitte der Siebziger Jahre hatten die Söhne eines Polizeibeamten ihre ersten kleinen Zoogeschäfte.

Heute ist Zajac einen Riesenfachmarkt, vor allem aber eine gigantische Marketingmaschine. 550 Seiten dick ist der Katalog mit Tierfutter, -bedarf und -zubehör; 300 000 davon werden im Jahr an die Kundschaft versandt – „12 LKW-Ladungen“, sagt Mitinhaber Wolfgang Zajac stolz. 1000 Aquarien, 500 Terrarien, 1800 Quadratmeter Teichanlage: dass das Geschäft inzwischen ein halber Zoo ist, gehört mit zum Erlebnis-Shopping. Der bisher cleverste Schachzug war der Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde. Für ein auf Gigantomanie ausgelegtes Konzept kann es kein besseres Prädikat geben als einen „Weltrekord“.

Kunden stapfen staunend durch den Laden und an den Wochenenden, wenn teilweise ganze Busladungen mit Leuten vorfahren, mimt einer der Brüder den Parkplatzwächter, um Marktforschung vor der Ladentür zu betreiben. „Für uns ist es wichtig, zu wissen, was die Kunden denken“ sagt Zajac, der ständig nach Wegen sucht, wie er seine Klientel mit Blasenzählern, Mini-Flippern und anderem Aquarium-Zubehör beglücken kann. 

Mit Messen zum Thema Zierfischhaltung, Angeln und Fliegenfischen versucht er, sein Geschäft bundesweit bekannt zu machen. Die Konkurrenz ist groß, vor allem die Internet-Versender verändern das Geschäft gewaltig, was auf die Preise drückt. Weshalb Zajac – sehr zum Leidwesen der örtlichen Konkurrenz - mit Niedrigpreis-Angeboten zurückschlägt.

Wettbewerber mutmaßen in regelmäßig wiederkehrenden Abständen, dass sich die ehrgeizigen Brüder übernommen haben könnten. Mal werden die Zahlungsmodalitäten moniert, mal die Tierhaltung. Die Gerüchte kennt Zajac und weist sie zurück. „Klar gibt es Leute, die glauben, so was kann einfach nicht klappen“, winkt er ab. Und die Tiere, die würden bestens versorgt. „Wir sind der am schärfsten kontrollierte Betrieb“, sagt Zajac. Ungesunde Tiere könne er sich nicht leisten. Das stimmt: Wer will schon kranke Clownfische kaufen?