Bude/Aufruf - Gestaltet die Route der Budenkultur mit!

Nirgendwo in Deutschland gibt es so viele Trinkhallen wie im Ruhrgebiet.

Bei unserer Tour durchs Ruhrgebiet stechen sie uns immer wieder ins Auge: die zahlreichen Trinkhallen. Sie stehen als kleine Holzhäuschen auf zentralen Plätzen und an Straßenecken oder sind als Mini-Verkaufsschalter in Häuserzeilen integriert – und prägen das Bild der Region. Rund 17 000 Buden, auch Klümpkesbuden genannt, gibt es im Revier, das ist die größte Dichte in Deutschland.

Und wir haben bereits einige zwischen Duisburg und Dortmund besucht. Denn die Trinkhallen sind ein gutes Beispiel für den Wandel im Revier. Früher standen die so genannten Seltersbuden häufig in der Nähe von Zechen, vor Fabriktoren oder in Arbeitervierteln und übernahmen dort die Versorgungsfunktion. Nach getaner Arbeit kauften sich dort die Kumpel und Malocher ihr Bier oder Mineralwasser, die Kinder holten sich ihre Süßigkeiten, ihre Klümpkes. Bereits Mitte des vergangenen Jahrhunderts haben die Buden ihr Sortiment ständig erweitert und sind heute Verkaufsstellen für den täglichen Bedarf, wo die Menschen Brötchen, Butter und Bier einkaufen und einen netten Plausch halten.

Was auffällt: Das Budengeschäft hat sein Gesicht verändert. Viele deutsche Trinkhallenbetreiber sind im Rentenalter und geben ihre Buden ab, türkische oder andere ausländische Mitbürger übernehmen ihre Verkaufsstellen – wie zum Beispiel in der Kolonie Kirdorf im Dortmunder Stadtteil Eving. Über 15 Jahre lang betrieb das Ehepaar Ingrid und Ulrich Henkel diese wunderschöne Bude, die 1912 als Transformatorenhäuschen gebaut und in die Route der Industriekultur aufgenommen wurde. Anfang des Jahres suchten sie einen Käufer - und fanden ihn schließlich in Ibrahim Turkut. Der 20-Jährige mit türkischen Wurzeln lebt bereits in der dritten Generation in Deutschland. Wer wissen möchte, warum Turkut Trinkhallenbesitzer wurde und wer seine älteste Kundin ist, der klickt auf den roten Button: 


Link: sevenload.com

Wir wollen eine Route der Budenkultur zusammenstellen und starten einen Aufruf: Bitte sagt uns, wo Eure Lieblingsbude steht und warum Ihr dort so gerne hingeht! Vielleicht weil das Gebäude so schön oder skurril, der Besitzer so freundlich oder das Angebot so reichhaltig ist? Eure Vorschläge, Fotos und Links für Filme könnt Ihr an schicken oder einfach als Kommentar schreiben. Damit Ihr Eure Tipps auch wiederfindet, wollen wir sie in der Route der Budenkultur auf einer Landkarte einbinden. Wir freuen uns auf Eure Beiträge.

Ingo's Liebling:

Blaue Bude in Duisburg, Amtsgerichtsstraße

 

Und apropos geschlossene Buden:

Diese - wirklich süße Bude - scheint geschlossen zu sein, gesehen in Wanne: