Tag 44 - Steh auf, wenn Du ein Schalker bist

Fan eines Fußballclubs zu sein, ist eine Lebensaufgabe. Stefan Barta hat darüber ein Buch geschrieben.    

Heute sind wir in Gelsenkirchen, auf Schalke und schauen uns bei klirrender Kälte das Morgentraining der blau-weißen Spieler an, die - mit Mützen, Handschuhen und Schals dick eingepackt - sich die Bälle zuspielen. Am Spielfeldrand stehen ein paar Rentner in kleinen Grüppchen und fachsimpeln über das letzte Spiel gegen den HSV. Einer versichert uns, dass an manchen Tagen, vor allem während der Schulferien, über 2000 Leute zum Training kommen. 

Aber wir sind nicht wegen Kuranyi, Asamoah & Co an der Arena, sondern wir treffen hier den Schalke-Fan, pardon Schalker Stefan Barta. Der ist seit 1976 ein treuer Begleiter des Schalke 04 und hat gerade ein Buch „Für immer Blau-Weiß. Mein Leben als Schalker“ auf den Markt gebracht. Der 44-Jährige führt uns zum alten Parkstadion, vorbei an der neuen Veltins-Arena und dem neuen Marriott-Hotel. Wir blicken von oben auf sein geliebtes Stadion - und Barta erzählt mit Wehmut von den Zeiten, als seine Mannschaft noch in der „Betonschüssel“ spielte: „Da waren wir Fans noch erwünscht, da gab es weniger Kommerz.“ Heute in der großen Arena sei es zwar komfortabler, aber im Parkstadion sei die Stimmung deutlich besser gewesen. 

Doch „einmal Schalker, immer Schalker“ – und so fährt Barta zu einem Uefa-Pokalspiel nach Donezk in der Ukraine, nimmt dafür eine Zugfahrt von 43 Stunden und 39 Minuten auf sich und bibbert bei 0° Grad Celsius mit seiner Mannschaft mit. Auch in den Zeiten, als der gebürtige Dortmunder als Bühnenbauer und Animateur in Griechenland, der Schweiz oder Venezuela lebte, lauscht er am Weltempfänger dem Spielverlauf und fiebert mit den Blau-Weißen mit. Heute lebt der Familienvater wieder im Ruhrgebiet, hat eine Dauerkarte auf Schalke und trifft sich mit seinen Kumpels aus der Schulzeit „zu Bier und Bratwurst“ zu den Spielen. „Es gibt keine Stunde, in der ich nicht, wenn auch nur für einen Bruchteil einer Sekunde, an Blau-Weiß denke“, schreibt er in seinem Buch.

Wer erfahren möchte, wie Barta das „letzte Mal“ im Parkstadion erlebte, der klickt auf den roten Button. Wer wissen will, wer Ernst Kuzorra ist, liest unten weiter.


Link: sevenload.com

Inzwischen haben die Schalker Spieler ihr Training beendet, und wir stehen vor der Pommesbude direkt gegenüber dem Spielfeld, essen drei Schalker Bratwürste und plaudern über den Verein. Als wir fragen, wer denn eigentlich Ernst Kuzorra (so heißt der Weg, auf dem wir stehen) sei, verliert Barta ganz kurz die Fassung und sagt mit belegter Stimme: „Der hat hier sechsmal den Titel geholt.“ Wie wir jetzt wissen, ist Kuzorra  d e r  Held von Schalke, Gelsenkirchener Ehrenbürger und Idol eines jeden echten Schalkers.

Kommentare:

Friedhelm Wessel schreibt am 30.11.2007 10:53:

Um die alten Schalke-Spieler ranken sich viele Legenden. Hier eine Anekdote von Ernst Kuzorra. Er wurde mal von einem Journalisten gefragt, warum habt ihr damals eigentlich so lange Hosen während des Spiels getragen?". Dazu Ernst Kuzorra:"Weil wir damals so lange Dödel hatten".

Youri schreibt am 17.11.2007 12:08:

Mein Ausbilder während der Lehre zum Industriekaufmann in Gelsenkirchen hat immer gesagt: Schalke geil, alles geil.
Besser kann man es nicht ausdrücken. Das Spiel in Donezk endete übrigens mit einem mauen 1:1.
Youri Mulder

KARL BALHORN schreibt am 17.11.2007 08:56:

danke stefan,bekomme heute noch tränen"inne"augen wenn ich an die libudaminute denke.hat im internat und im studium auch keiner verstanden was es heisst schalker zu sein,galt immer als angenehm-meistens-verrückter,bis heute.ein leben lang ,evtl sieht man sich in hannover oder in valencia
bwg karl

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