Tag 41 - Wo ist der Mob?

Als wir einmal losfuhren auf der Suche nach etwas ganz Hässlichem und positiv enttäuscht wurden.

Gute Ideen müssen schnell umgesetzt werden. Also los, los, ab nach Essen-Katernberg, denn das Weltkind hatte einen feinen Vorschlag: In einem Kommentar zu dieser Ausstellung und der sich anschließenden Diskussion um die Zukunft der Zollverein School of Management and Design schrieb sie, wir sollten uns …

„… die verrotteten Siedlungen in der Nachbarschaft (angucken d.Red.) - da seht ihr den wahren Essener Nachwuchs mit Migrationshintergrund; meist junge Männer in Rudeln.....fahrt mal mit der Linie 107, der \"Kulturstrassenbahn\", dort entlang; schön gestylte Menschen wie auf den sehr schönen Fotos (der Ausstellung d.Red.) habe ich hier auch noch nie gesehen.“

Das, dachten wir, ist doch mal ein interessanter Kontrast: Die durchgestylte Fiktion der Gelsenkirchener Bilderwelten gespiegelt mit der rauen Realität in Essens sozialem Brennpunkt – hohe Arbeitslosigkeit, hoher Ausländeranteil, hohe Schulabbrecherquote – so das gängige Klischee.

Und schließlich ist das Weltkind nicht die einzige Person, die uns gesagt hat, wir sollen uns mal an diesem Ort der Perspektivlosigkeit umsehen. „Da gibt es Ecken, da fährst Du besser nicht allein hin“, raunten uns Ruhrgebietskenner zu. „Slums, nicht zu sanieren“, wollte ein Bekannter gesehen haben, der in der Wohnungswirtschaft tätig ist. Der muss es ja wissen.

Und so fassen wir uns ein Löwenherz und wagen uns todesmutig mit der Linie 107 in die Gefahrenzone. In der Erwartung, in etwa sowas zu sehen wie hier (die Fotos stammen aus Duisburg-Meiderich):

 

Vielleicht hätten wir des nachts durch Katernberg fahren sollen und nicht mittags um 12 Uhr. Wir starten an der Haltestelle Zollverein Süd in Richtung Gelsenkirchen. In der Straßenbahn: Eine Multikulti-Mischung aus ganz normalen Leuten. Manche eher einfach gekleidet, der weitaus überwiegende Teil aber durchaus ordentlich. Niemand völlig vergammelt.

Katernberg Süd, Katernberger Markt – sicher; schön ist was anderes. Die ganz normale Tristesse an einem Regentag. In Düsseldorf Flingern, einem teils kultigen, teils abgerockten Stadtteil der Landeshauptstadt, sieht es nicht anders aus: Siedlungshäuser, stumpfe Nachkriegsbebauung, aber durchaus auch der ein oder andere Altbau mit frischem Anstrich. Der Kirchplatz durchaus ganz nett, wenn auch menschenleer. Der Optiker auf der Ecke mit herbstlicher Dekoration.

Wo ist der Mob, fragen wir uns? Ist es den von uns erwarteten marodierenden Jugendbanden zu nass? Wir fahren bis Gelsenkirchen Trabrennbahn und beschließen, umzudrehen. Auf der Rückfahrt steigen Hausfrauen mit Einkaufstaschen zu. Dann zwei Schülerinnen, eine deutsch, die andere südländisch, beide hübsch und aufgebrezelt. Herr Malinowski wäre begeistert gewesen und hätte sie bestimmt gern künstlerisch vermischt. Wir wollen sie fotografieren, aber vorher fragen – und schwupps – an der nächsten Haltestelle stürmen sie raus und sind uns entwischt. So bleiben wir den Fotobeweis schuldig. Wir fahren zurück bis zum Zollverein und machen uns noch einmal mit dem Auto auf den Weg, um entlegenere Winkel zu erforschen. Die Menschen, die uns über den Weg laufen, sind weder aggressiv noch verwahrlost. Die Wohnblocks: stereotyper Waschbeton und manche mit Renovierungsbedarf. Aber immerhin grün dazwischen – und nirgends ein „Slum“.

Uns fällt Walter Wüllenweber, ein Autor beim Stern, der über Katernberg geschrieben hat (und dem der Stadtteil vielleicht auch seine Bekanntheit als Armenstandort verdankt?). In einem Beitrag über neue Armut schreibt er: „Geld haben die Armen in Deutschland genug. Sie haben Spülmaschinen, Mikrowellenherde, die neuesten Handys, DVD-Spieler, die meisten mehrere Fernseher. … Hartz-IV-Empfänger verfügen über denselben materiellen Lebensstandard wie Facharbeiter in den 1970er Jahren. Wenn das Haben der Maßstab wäre, die Ausstattung mit Media-Markt-Schnickschnack oder die neuesten Klamotten… dann könnten wir uns zufrieden zurücklehnen. Dann wäre die ganze Diskussion über die Unterschicht überflüssig.“

Vielleicht also ist die Armut hier einfach nur gut kaschiert. Vielleicht aber hat sich in den letzten Jahren auch was getan in der Gegend. Angesichts der vielen Initiativen und Hilfsprojekte wäre es ja schön, wenn sich langsam etwas verändern würde. Wir nehmen letzteres an. Was wären wir schließlich ohne Optimismus?

Kommentare:

Siegfried Herrmann schreibt am 16.09.2015 22:33:

"...Sie haben Spülmaschinen, Mikrowellenherde, die neuesten Handys, DVD-Spieler, die meisten mehrere Fernseher..."

Sie scheinen sich ja in Propaganda-TV guud auszukennen.

Dann sagen Sie mir mal warum DEUTSCHE Rentner Pfandflaschen sammeln???
... ach nee, nu soma zum Zeitvertreib, wo, weil die ja nich wissen womit mit de Kohle..."

Die einzigen die mit iphon-6, schweineteure Designerklamotten, PUma für 150 Euro und Goldkettchen rumrennen sind die "Flüchtlinge" aus Orient, Balkan und Afrika.

Aber Realitäten interessiert Sie ja nich.

MZX-111 schreibt am 14.10.2014 14:12:

Na ja was habt ihr denn erwartet? Detroit??? So was gibt es in Deutschland natürlich nicht!
Es ist schon richtig mit ALG II verhungert niemand.

Der Essener Norden hat den Ruf einer sozial schwachen Gegend, aber die wilden Zeiten scheinen dort auch vorbei zu sein. Klar wohnt dort noch die ein-oder andere arabische Großfamilie mit Milieu-Einfluss, aber insgesamt ist der Ruf um einiges schlechter als es die Realität widerspiegelt. Die Kommune hat in den vergangenen Dekaden viel Geld investiert um diese Viertel optisch aufzuwerten.

Die Probleme in Sachen Drogenkriminalität und Verfall haben sich anno 2014 eher in den Essener-Westen und in die nördliche Innenstadt verlagert.
Stadtteile wie Altendorf und das Nordviertel haben sowohl optisch, als auch statistisch mit größeren Problemen zu kämpfen als der Essener Norden. Beide Stadtteile haben z.B die mit Abstand meisten Privathaushalte die Transferleistungen beziehen. Laut dem Amt für Statistik und Stadtforschung Essen lebten 2013 34,5% der Haushalte in Altendorf von ALGII. Dagegen sahen die Zahlen in den klassisch verrufenen Gegenden wie Vogelheim 23,5% oder Katernberg 25,5% noch moderat aus. Ein weiteres Problem ist die Bekämpfung der afrikanischen Dealer-Banden an der Helenenstraße und am Rheinischen Platz. Dort hat sich in den letzten Jahren sehr wenig zum positiven gewendet.

Aber auch in diesen Gegenden sieht man keine brennenden Mülltonen und Junkies die einen direkt überfallen. Es ist halt Deutschland und hier gibt es einen Sozialstaat der Menschen auffängt.

Günther schreibt am 19.03.2014 10:24:

Der Essener Norden wird oft als sehr schlecht dargestellt. Wenn man mal genauer hinschaut, dann zähle ich Essen-Bredeney zu den schlechtesten Stadtteilen. Denn hier trägt die Kriminalität Krawatte und die dunklen Geschäfte werden hier mit einem seriösen Mäntelchen verdeckt. Der Essener Norden mag nicht der Beste sein, aber hier ist man wenigstens ehrlich und sagt das was man denkt!

hans-jürgen schmidt schreibt am 11.12.2013 13:45:

wie hat sich mein katernberg verändrat.bin hier 1940 geboren und aufgewachsen .wir hatten den KATER das REX-KINO die STERN ECK kneipe den LINDENBRUCH und natürlich den NIENHAUSER BUSCH.Hier war immer was \\\"los\\\".Wohne seit 1965 in schweden ,denke aber immer positiv an meine jugendjahre in katernberg zurück. NOSTALGIE??

pascal schreibt am 19.07.2013 00:13:

Arschloch hast keine Ahnung was hir vor sich geht.pass in zukunft besser auf dich auf...Joker

Peter schreibt am 21.05.2013 15:59:

Hallo,
schön ist Katernberg wirklich nicht. Aber nicht nur die Optik eines Stadtteils macht ihn lebenswert. Nein, eine große Rolle spielt auch die Menschlichkeit der Bewohner und die ist in Katernberg gegeben. Wenn Ihr einen sehr schönen Stadtteil sehen möchtet mit wirklich netten
Egomanen, dann besucht doch mal Essen- Rüttenscheid. Das wird euch bestimmt besser gefallen.

Bini schreibt am 06.04.2009 06:18:

Ich lebe schon seit einigen Jahren in Katernberg. Wenn ich die Kommentare hier lese, frage ich mich, ob dieses Katernberg gemeint ist. Ich habe einen völlig anderen Eindruck. Es ist einfach nur schön hier zu leben. Es gibt viele Freizeitmöglichkeiten in der Umgebung, z.B. der nahegelegene Revierpark oder der Nordsternpark. Auch für Radtouren durchs Revier ist Katernberg ein zentraler Startpunkt.

Klar gibt es hier Probleme, aber die sind nicht stärker oder schwächer ausgeprägt als in anderen Durschnitts-Stadtteilen oder Städten.

Die meisten negativen Schilderungen beziehen sich auf Klischees und auf die daraus resultierende selektive Wahrnehmung.

Gruß
Bini

ayse schreibt am 25.03.2009 22:21:

katernberg ist und bleibt katernberg keine kann dies retten denn hier ist mein ghettoooo

Killa schreibt am 28.02.2009 12:31:

wenn man ein bischen pumpen geht dann passiert einem hier auch nix! klar das so lutscher aus werden angst haben nach kaddernberg zu kommen! ÜBRIGENS: geht mal in die beisen ;)

Udu schreibt am 05.10.2008 13:21:

Die Leute, die sich hier melden, können nicht mal richtig schreiben. Da sieht man, was für Asis in Katernberg unterwegs sind. Das ist und bleibt nen hoffnungsloser Stadtteil. Da können die Wohnungsbaugesellschaften ihre Häuser renovieren und bunt anpinseln, so oft sie wollen. Drinnen wohnen nur Hirnis die garantiert nich mal die Miete zahlen können oder wollen, kommt ja aufs selbe raus. Das sind die Leute, die unser Land runterreissen, weil die doof sind und nicht mit anpacken.

TimurMontana schreibt am 22.09.2008 21:38:

Mc Tobii du opfa wat weist du schon von hooligans und wo was abgeht du möchtegern egal ich sag dazu nichtz alter alles kinder!!! www.TimurMontana.coolix.com

Mc Tobii schreibt am 21.08.2008 07:42:

Mann ihr seit alle wat fürn arsch Katernberg ist und bleibt halt der schlimmste stadtteil aus essen !!Kommt nach Katernberg dann wisst ihr wo das gheddo liegt ihr spasti´s!!!Altenessen u.s.w. ist nix dagegen:!:!:!Gruß an King KaLLe und sear one und maZe und an den rest!!!

Katernberger HOOLIGAN xD

Fred schreibt am 26.06.2008 18:28:

Alle die hier etwas zur Diskussion beigetragen haben,kommen mir so vor als wenn Sie Ihr Hirn total versoffen haben.Denkt einmal darüber nach was Ihr da von euch gebt.Schaut euch erst einmal euren Stadteil an und kehrt erst einmal den Dreck vor eurer eigenen Tür.Sollte dieses mal geschehen sein,können wir weiter über das Thema Essen Katernberg reden.Die Besserwisser unter euch,sollten erst einmal Ihr gehirn einschalten und dann schreiben bzw. reden.Ihr solltet euch lieber mal mit der Geschichte und der Chronik aus Katernberg auseinandersetzen.Außerdem in Duisburg / Gelsenkirchen gibt es genauso asoziale Stadtteile,wahrscheinlich ich will es ja nicht besser wissen,aber in denen Ihr wohnt.Seit froh darüber wenn Mama und Papa euch noch mit Hartz4 unterstützen,bis Ihr selber mal welches bezieht.Jetzt reichts aber mal langsm hier.Alles Leute die noch Grünspahn hinter den Ohren haben,aber das Maul aufreissen.

MFG

Der gebürtige Katernberger

Frohnhausener schreibt am 26.05.2008 10:31:

@Nina:

Sagst das sicher um zu provozieren, nehme an du bist so um 15/16?! Du bist doch im Grunde die asoziale, die es nicht schafft sich auf ihre Umgebung einzulassen. Bleib mal in deinem versilberten Käfig und bilde Dir was auf Deine Herkunft ein, Mutti zahlt Dir Deine Bench-Jacke und Deine Retro-Pumas?! Dein Handy ist neu und die Schminke sitzt, ja? Ja dann viel Spaß in Deinem Staubtrockenen Leben und bleib in Deiner kleinen Welt!

King Kalle schreibt am 16.05.2008 09:36:

Katernberg hat schon seine dunkelen Seiten vorallem drogengeschäffte boxerein und prostution also ich kenne viele leute die hier her kommen und mit sowas zu tun haben !!!
KBC zum Beispiel !!!
MG
KTB
KTM
Ultras Essen
Killer Bozturk´s
Stellt Katernberg nicht als normal da nur weil ihr von Straßenbizzness nixxx mitbekommt !Ich bin hier geboren und habe viel erlebt und ich würde meine Kinder am liebsten nie so aufwachsen lassen !
Trotzdem liebe ich die Straße!
Grüße an
Mitch der jetzt für 4 wo Bot.musste
Kemal der schon länger sitzt
Apo
Sear One
Mc Tobii
Maze
Tschabis :-)
und den ganzen rest !!!

Prinz schreibt am 24.04.2008 16:19:

also ich sag euch mal was ich bin ihn essen gross geworden ja ihn den schlimerren gegenden und ich sag euch katernberg ist nichtz gar nichtz es ist ein stink normaler statteil mit einigen imigranten die imer als bu männer dar gestellt werden ich kann nur sagen katernberg ist ein normaler stadteil einer gross stadt der schlimste stadteil und auch mit der meisten befölkerung von imigranten und der höchsten kriminialtäts ratte ist Altenessen wo ich nun schon 17 jahre wohne und ich kenne sehr sehr viele menschen ihn essen und weiss auch immer was wo los ist und welche gang´s es gibt und wo die nächste schlägerrei ist und wer grade ihn knast gekommen ist und weider rauskommt und wer was plant ich habe sehr gute bezihungen und ihn pott und kann deshalb auc sagen wer gefährlich ist und wer nicht und katernberg tzz ohh man ganz normal für essen altenessen ist der schlimmste und ich habe auch keine angst den ich habe alle nicht als meine feinde sonder als freunde das zählt hier auch auf der strasse mach dir freunde keine feinde also macht es jutttt checkt mal meine seite aus www.myspace.com/timurmontana

Rolf schreibt am 24.04.2008 01:53:

Also erstmal: der schlimmste Katernberg ist an der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen an der Autobahn A3. Heißt aber "Elzer Berg" und der Kater sitzt rechts auf einer Plakatwand. Macht nen Buckel und guckt fies. Wenn man das Bild auf sich wirken lässt und nicht auf den Tacho achtet, muss man *schwupp* ziemlich viel Geld berappen. Es kommt Katerstimmung auf, wenn die Radarfallen auf der 2. und 3. Schilderbrücke zuschnappen. Und dass Roland Koch es dann bekommt, macht die Sache nicht besser.

Aus Essen-Katernberg die Bronx des Ruhrgebiets machen zu wollen, ist lächerlich. War auch schon lächerlich, als der STERN-Journalist ausgerechnet in Katernberg ein deutsches Elendsquartier vermutete. (Persönlich werde ich morgen den 25. Jahrestag der Entdeckung von Hitlers Tagebüchern feiern. Es war der Tag, an dem ich in Essen mein Studium begann. Aber ich schweife ab...)

Das Ruhrgebiet zeichnet sich für mich dadurch aus, dass hier ca. 140 verschiedene Nationalitäten zusammenwohnen, ohne große Probleme. Für Gewalt auf den Straßen sind Los Angeles, Rio, Berlin und einige unselige Gegenden in den neuen Ländern bekannt. Aber Katernberg? Die kloppen sich. Und? Wie viele Tote waren das in den letzten Jahren? Im Vergleich zu - sagen wir mal- Washington?

Dass die Menschen hier - kontaktfreudig und weltoffen wie sie sind - miteinander reden oder sich von mir aus prügeln statt sich umzubringen, das macht sie aus. Das nennt man gemeinhin "soziale Kompetenz", und genau das ist bei allen Unterschieden der Kern des Ruhrgebiets. Nach einiger Zeit merken das sogar die Volksgruppen, die gerade am Ende der Hierarchie stehen. Dem Kern, dem man, liebe @Nina, in den von dir verschähten Stadtteilen viel näher kommt als etwa im Essener Süden.

Verwahrlosung gibt es überall in Deutschland, Kleinkriminalität und blöde Anmache von Halbstarken auch. Das ist nicht typisch Ruhrgebiet oder typisch Katernberg. Oder Vogelheim, Karnap, Marxloh, Borsigplatz, wo auch immer. Dies ist keine heile Welt, weil sie es nicht sein kann. Es herrschen Armut, Arbeitslosigkeit und Orientierungslosigkeit. Aber es gibt eben auch Möglichkeiten, dem zu entkommen. Durch eigene Initiative und durch Hilfe von außen.

Und auch da kommen wir dem Kern des Ruhrgebiets nahe: wo andere in Depressionen verfallen, entwickelt sich im Ruhrgebiet Mut, Hoffnung und auch Trotz. Das mag ich.

Nina schreibt am 26.03.2008 15:39:

Kaddernbeach ist der dreckigste, asozialste Stadtteil, den es in Essen gibt. Ich würde Abends nie allein dort rumlaufen... Ach, ich würde nie allein dort rumlaufen! Ich bin froh, nicht in so einem sozialen Brennpunkt wohnen zu müssen, sondern im Essener Süden leben zu dürfen!!

Schweers schreibt am 21.01.2008 15:19:

Vorab einmal... Ich bin zugezogener Katernberger und wohne seit knappe 8 Jahren in den Beisen.
Ich möchte einmal alles was hier bisher geschrieben steht ein bisschen auseinandernehmen..

nee ist mir doch zuviel...

Ich sag einfach dazu...

Ihr solltet Katernberg nicht auf dem Marktplatz und die Haltestelle Katernberger Abzweig begrenzen.
Ich wohne hier in Katernberg Beisen, also ab vom Marktplatz usw, aber doch immer noch Katernberg. Auch hier gibt es Migration von Türken, Russen usw. auch hier waren bis vor 10 Jahren Massenschlägereien an der Tagesordnung. Das ist aber längst vorbei, in 8 Jahren wurden hier 1x 7-8 Autos geknakt, von einer Bande die NICHT aus Essen kam!!!

Ich möchte hier nichts schön reden, aber ihr solltet das doch ein bisschen auseinander halten!!!.

Dazu noch...
Der Flohmarkt liegt in Gelsenkirchen und nicht in Essen,genau so wie der Halfmannhof auch.

Abgesehen davon finde ich es nicht gerade toll, dass hier über Katernberg geschrieben wird und Bilder aus Duisburg mit kaputten Fenster usw. mit eingesetzt werden.
Ich selber komme aus Überruhr Hinsel und von da nach Katernberg sind es echte Welten, trotzdem habe ich mich hier eingelebt und finde es wirklich nicht schlecht. Viel grün um mich rum, ruhige Lage, mit Garten und Terasse, was will man mehr???
ABER: in Katernberg Mitte möchte ich auch nicht wohnen, von daher finde ich eine Diferenzierung wichtig!!!

Und noch was... die deutsche Annington ist auch im Wandel, die meisten Häuser sind oder werden gerade renoviert und man sieht zu, dass als Nachziehende Mieter Deutsche da rein kommen, ich habe selber mehrere Bekannte, die (deutsche) in der Bonnekampstr. wohnen, wo früher wirklich die Messer flogen, wie gesagt...früher...

Britta schreibt am 19.11.2007 11:39:

@ Weltkind
Also, so geht`s natürlich nicht! Katernberg mit „r“, du hast völlig recht. Das „r“ muss weg und zwar sofort. Ich hab keine Ahnung wie sich das da so konsequent reingemogelt hat. Ich hätte doch nur eure orthografisch völlig korrekte Schreibweise übernehmen müssen ;-)

Jedenfalls liegt`s nicht daran, dass ich vor 20 Jahren zum letzten Mal dort war. Ich wollte damit sagen, dass es diese (ich nenne es Legende) schon seit 20 Jahren gibt und sich an den Erzählungen über Katernberg nicht viel geändert hat. Ich wurde gewarnt, wurde natürlich neugierig und hab mir Katernberg angeguckt. Gemessen an dem was mir über Katernberg erzählt wurde, hatte ich es mir viel schlimmer vorgestellt. Das gilt auch jetzt noch. Natürlich war ich auch in jüngster Zeit dort. Mein Empfinden ist da einfach anders als deins.

Ob die Dt. Annington eine „Heuschrecke“ ist, kann ich nicht beurteilen. Bei meiner Wohnungssuche in Duisburg ist mir die Gesellschaft allerdings auch mehrfach negativ aufgefallen.

Ich stelle mir das so vor, dass Zollverein und alles was damit zusammenhängt, eigentlich eine Chance für Katernberg sein sollte. Immerhin lockt es Menschen an, die sonst nie auf die Idee kämen, Katernberg zu besuchen. In und um Zollverein sind ja auch einige gute Dinge entstanden oder entstehen noch. Dies zum Beispiel http://www.zunftwissen.org/de/index.php/Zunftviertel_Zollverein

Ich habe nun allerdings schon öfter gehört, dass vieles von den Menschen als „abgehoben“ wahrgenommen wird. Es prallen auch definitiv krasse Gegensätze aufeinander, wenn in der Zollverein School ein MBA über 20.000 Euro kostet während die Menschen nebenan von ALG II leben.

Ich glaube aber, dass die Städte solche Projekte brauchen, denn sie konkurrieren miteinander und müssen um ihre Attraktivität kämpfen. Wenn alle Menschen nach Düsseldorf ziehen, weil es dort mehr Arbeitsplätze, bessere Bildung und mehr Lebensqualität gibt, hilft das niemandem.

Allerdings finde ich es problematisch, wenn der Eindruck entsteht, die Politik kümmert sich nur noch um innovative Projekte. Da gebe ich dir völlig recht. Das kann nicht sein. Die gleiche Diskussion gibt es auch in Duisburg. Einerseits wurden Pläne für Landesgartenschau und World Games verkündet während es fast gleichzeitig hiess, die Stadt könne kein warmes Mittagessen für Schüler in Duisburger Ganztagsschulen finanzieren.

Da spring ich natürlich auch an die Decke und frag mich, ob die Prioritäten noch richtig gesetzt werden. Von daher kann ich deinen Ärger verstehen.

weltkind schreibt am 17.11.2007 14:58:

@britta: nichts fuer ungut und gerade ich vertippe mich hier und in meinen blogs auch staendig. aber wer in einem derart engagierten beitrag durchgehend den namen von katernberg falsch schreibt, der war noch nie dort oder ist arg "verkartert" (;-).

wer vor 20 jahren hier mal auf dem weg zur uni durchgefahren ist, der kennt den stadtteil nicht. es hat sich seither sehr viel zum schlechten veraendert, rapide und zum greifen nah. es sind wirklich nur noch "inseln", wo es funktioniert. schuld daran ist m.e. vorrangig die stadt essen, die kuenstliche migrantenghettos geschaffen hat und ansonsten sich nur um zollverein schert. da liegt meine kritik. sicher, es gibt viele problemviertel im ruhrgebiet (du-meiderich, bo-grumme, e-vogelheim, do-nordstadt, ge-bismarck fallen mir da spontan ein). aber nirgends ist die arroganz der stadtverantwortlichen so penetrant wie in essen, nirgends hat es hueben das gehaetschelte "weltkulturerbe" und drueben das elend verrotteter massenunterkuenfte, die der heuschrecke (und hier trifft das wort wie faust aufs auge) "deutsche annington" zum frass vorgeworfen wurden.http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Annington. geht mal durch deie ghettos von katernberg - alles inzwischen gekrallt von annington - ein einziges elend. deutsche mieter finden die schon lange nicht mehr, noch nicht einmal eingeborene algII-empfaenger (wer noch einmal "hartz" sagt, kriegt die rute!) wollen hier wohnen - das hat mir ein verzweifelter mitarbeiter dieser gefraessigen firma einmal selber erzaehlt. wer kann, zieht hier weg. das ist fakt, leider.

Britta schreibt am 16.11.2007 14:43:

Uuuuuuhhhh, da isse wieder, die Legende vom „Tal der fliegenden Messer“.

Ich bin in Gelsenkirchen aufgewachsen und habe in Essen studiert. Natürlich wurde ich von „Kennern“ der Szene gewarnt. „Geh bloss nicht nach Karternberg, ins Tal der fliegenden Messer.“ Das war 1989. Das Studium überlebte ich ohne Messer im Rücken und fand einen Job in Frankfurt a. Main. Und wieder: „Waaaaas, Frankfurt…. Drogen, Prostitution, Kriminalität wo man hinguckt“. Aha! Das gleiche beim Umzug nach Offenbach, vor dem Urlaub auf Korsika, New York und und und… Immer hätte ich nach den Schilderungen von „Eingeweihten“ glauben können, dass es so gut wie unmöglich sei, Aufenthalte dort zu überleben.

Während meiner 11 Jahre im hessischen Exil ist mir in Bezug auf das Ruhrgebiet eins klar geworden: die Vorurteile halten sich sehr hartnäckig. Und langsam verstehe ich auch warum.

Karternberg hätte vielleicht die Chance auf Veränderung, wenn es erlaubt wäre, Karternberg mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Aber nein, eine positive Betrachtung würde das Klischee zerstören. Wo kommen wir denn da hin?

Karla und Weltkind, mein Eindruck ist, dass die gefühlte Kriminalität in Karternberg höher ist, als die tatsächliche. Brennpunkte gibt`s in jeder Stadt. Mich würden die Zahlen, Daten und Fakten interessieren. In der Kriminalitätsstatistik liegt Düsseldorf jedenfalls vor Essen.

Wenn meine Freunde ausserhalb des Ruhrgebiets eure Kommentare lesen, wissen sie spätestens dann: Geht niemals nach Karternberg, wo Banden nach Einbruch der Dunkelheit ihr Unwesen treiben. Und wenn ihr aus Versehen schöne Flecken gefunden habt, ist das garantiert nicht mehr Karternberg. Und so bleibt Katernberg das, was es in den Köpfen der „Insider“ ist: Das unschöne und gefährliche Tal der fliegenden Messer.

Ich bezweifle sehr, dass dies den dort lebenden Menschen wirklich hilft.

PS Achtung, dieser Beitrag enthält nicht zu relativierende Ironie

weltkind schreibt am 16.11.2007 13:35:

@katja: hatte mich zurueckgehalten, da ich nicht den eindruck erwecken wollte, zu allem ungefragt meinen senf geben zu muessen ;-).

eure fotos habe ich mir noch mal angeschaut. den trabi kenne ich - er ist ein kuriosum in tomcat city und gefaellt mir sehr gut. die dazu gehoerige siedlung ist allerdings ein paradebeispiel fuer versuche, es besser zu machen. man kann foermlich zusehen, wie diese kleine kolonie sich mueht, waechst und peu a peu schoener wird. es sind vor allem "bessere" tuerken, die da segensreich wirken, auch ein paar "ossis" (siehe trabi) und aussiedler aus schlesien (die dann fuer die sparte "sauberkeit, fleiß und ordnung" zuständig sind und als "deutscheste" unter den migranten hier gelten ;-)). wer weiss, wie es hier noch vor ein paar jahren aussah.....

leider grenzt daran das von der deutschen annington zu verantwortende elend des ghettos, obwohl die russen nicht so schlimm sind, wie geschildert. am schlimmsten ist es zwischen hanielstrasse und abzweig katernberg, wo keine russen mehr wohnen.

haken an der sache: mit katernberg an sich hat das siedlungsgebiet, wo der trabi zu hause ist, nichts mehr zu tun. die gegend hier ist nur "pro forma" noch essen-katernberg, ist von der gewachsenen struktur her eigentlich "nienhauser busch" und im grunde ein teil von gelsenkirchen-feldmark. dieses recht schoene grenzgebiet ist eine insel: mit viel, viel gruen, einem richtig einsamem wald mit allerlei getier, der trabrennbahn - ohne flohmarkt - mit pferden auf der weide, einem vogelschutzgebiet, sehr angenehmen siedlungsstrassen und, und, und......

wahrhaft kurios: einer der best beleumundetsten gegenden von gelsenkirchen grenzt hart an eine der verrufensten von essen. that´s the pity in the pot, folks!

Karla Schwede schreibt am 16.11.2007 11:58:

Entschuldigt bitte. Ich wollte euch keinesfalls zu nahe treten. Im Gegenteil, denn ich habe bisher euer Projekt mit Wohlwollen betrachtet.

Konstruktive Kritik kann manchmal sehr hart sein, sie beruht aber keineswegs auf "verspannter Rechthaberei" oder Bösartigkeit.

Geht ihr mit einer "Ruhrgebietsbetrachtung" an die Öffentlichkeit, so könnt ihr nicht nur Hurra-Kommentare erwarten, egal wie geschmeidig ihr die Themen anlegt.





Katja schreibt am 16.11.2007 10:09:

@weltkind: Na, endlich! Danke für Deine Replik zum Thema Katernberg. Habe da schon eine Weile drauf gewartet :-)

@Karla: sag ich ja, Ironie erkennt der Leser nicht (wie sollst Du sie da in anderen Texten finden?) :-)

jetzt mal Spaß beiseite:

Wir freuen uns jederzeit über eine offene Diskussion und konstruktiven Input und gehen darauf dann auch gern ein.

Verspannte Rechthaberei bringt uns nicht weiter. Nimm also einfach an, Du hättest in allen Punkten Recht, wenn es Dich glücklicher macht.

Sonnigen Tag wünscht Katja

Karla Schwede schreibt am 16.11.2007 08:06:

"Und ein bisschen Ironie war auch dabei (aber die erkennt der Leser offenbar nicht, wusste schon Marcel Reich-Ranicki)." Zitat: Katja

Unter Berufung auf die Ironie, kann man jede Aussage nachträglich relativieren. Betrachte ich mir eure anderen Texte, so kann ich die Sache mit der Ironie allerdings nur schlecht glauben. Eure romantisierende Multikulti-Schilderung bleibt oberflächlich und dem Thema nicht angemessen.

Doch, wo ist das Problem? Ihr wolltet einfach nur einen locker, flockigen Text über "das Viertel der fliegenden Messer" schreiben und habt daneben gegriffen. Das kann jedem passieren. Schwamm drüber.

weltkind schreibt am 15.11.2007 22:55:

also, ich muss die karla schwede jetzt mal in schutz nehmen: ich glaube, dass mit dem halfmannshof habt ihr missverstanden; ich denke, sie meinte nicht den hof und seine geschichte an sich, sondern die fotos von pedro malonowski, die ihr wohl mit der realitaet in katernberg nicht kompatibel erscheinen und zu "geschoent" vorkommen.

was katernberg betrifft, hat sie recht. ihre darstellung trifft es im kern eher als euer "besuch". ich habe mal ganz kurz in naehe des "schoen renovierten" marktes gewohnt und mich vom ersten eindruck taeuschen lassen. ganz bewusst wollte ich mal weg vom essener süden und mitten in die höhle des löwen. war ganz schön naiv. hatte mich auch gewundert, warum die schoene, grosse, frisch renovierte wohnung so billig und ohne kaution zu kriegen war: das aeltere ehepaar hat sie mir angeboten wie sauer bier ;-). ich habe nach einer woche gekuendigt:

nach einbruch der dunkelheit, spaetestens, wenn der aldi geschlossen hat, traut sich in katernberg keine frau mehr alleine auf die strasse - zumindest nicht ohne pfefferspray oder den schwarzen guertel in karate. bandenkriege auf der strasse zwischen libanesen, albanern und roma-clans, mittenmang die russen in ihrem ghetto - uebrigens zusammen gepfercht in erebaermlich verrotteten plattenbauten, die die stadt fuer ein schnaeppchen an die deutsche annigton losgeworden ist, die alles verdrecken und verkommen laesst; zerschlagene fensterscheiben, wahlweise pappe in den fensterhoehlen, kampfhunde ohne zahl (prestigeobjekte des white trash vor ort), der flohmarkt als treffpunkt der diebe, faelscher, faker, hehler und betrueger aus aller welt, internet-cafe´s, in denen drogengeld gewaschen wird, eine trostlose sonderschule direkt an der "kulturlinie no 7", und die haltestelle "abzweig katernberg" - wohl eine der verrottetsten in essen - gilt als eine der bluehendsten drogenumschlagplaetze der stadt (hat mir hoechstselbst eine sozialarbeiterin erzaehlt). ein oder zwei haltestellen nach dem zurecht gestylten zollverein. ich finde das zynisch und obszoen.

den "einfachen arbeiter" in seinem zechenhaeuschen, den gibt es nicht mehr - die wurden meist rausgemobbt, die haeuschen an den meistbietenden verschachert. es blieb der weisse abschaum (um es mal so krass zu sagen) und die bewussten problem-migranten.

einziger lichtblick: die evangelische kirchengemeinde, die sich unendlich mueht mit jugendeinrichtungen, buergertreff, seniorenclubs, einer sehr ordentlichen kleiderkammer (war ich selber sogar mal drin und habe ein "schnaeppchen" erstanden) - wenn die nicht waeren, waere katernberg noch mehr down. und die intakten, kleinbuergerlichen tuerkischen familien, die ein bisschen gut geld gekommen sind, die es ja auch inzwischen gibt: sie pflegen mit sehr viel liebe die zechensiedlungen, haben sogar eine eigene schrebergartenkultur, selbst "taubenvaeter" gibt es unter ihnen. wenn, dann tragen sie die fahne der alten kolonie-kultur in essen-katernberg weiter. wie sagte mir mal ein sehr netter, gut integrierter tuerke (sohn auf dem essener elite-burggymnasium, er selber klempner): "wenn die deutschen leute mit schwarzen haaren sehen, die scheisse bauen, dann heisst es immer, schon wieder die tuerken. dabei sind das oft libanesen, albaner, zigeuner. die machen unseren ruf kaputt." alles sehr komplex.

Katja schreibt am 15.11.2007 20:36:

@Karla: Vielen Dank für Deine interessanten Beobachtungen zum Thema Katernberg.

Uns war vollkommen klar, dass unsere Impressionen nicht dafür reichen, die Situation zu erfassen. Wir haben (wie wir das öfter tun) eine Momentaufnahme gemacht und unseren Eindruck beschrieben. Und ein bisschen Ironie war auch dabei (aber die erkennt der Leser offenbar nicht, wusste schon Marcel Reich-Ranicki).

Wir freuen uns über Deinen Kommentar, weil nur durch "Gegenbilder" ein vollständiger Eindruck entstehen kann. Ich hatte eigentlich angenommen, wir würden viel mehr kritische Resonanz zu unserem Text bekommen. Habe mich schon gewundert, dass es so ruhig blieb :-)

zum Halfmannshof: Die Debatte darüber ist doch ein Paradebeispiel dafür, was an Diskurs entstehen kann, wenn man in einem Medium wie diesem vor-urteils-frei an ein Thema herangeht (ich nenne es unvoreingenommen - Du findest es naiv). Jedenfalls haben wir UND unsere Leser viel mehr über die Geschichte erfahren, als wir selbst als Außenstehende im Rahmen eines Beitrags über eine Ausstellung im Wissenschaftspark (!) - hätten recherchieren können. Übrigens: Wir hätten nichts dagegen, wenn Du Deine Sicht über den Halfmannshof ausführlicher darstellst.

Das ist doch gerade das schöne an diesem Medium: Dass man widersprechen kann, diskutieren, sich wundern, ärgern und manchmal auch freuen. Schönen Abend! Katja


Karla Schwede schreibt am 15.11.2007 18:31:

Schön, dass ihr so optimistisch seid!

Essen Katernberg war von je her ein Einwandererviertel. Die Gastarbeiter aus Italien kamen zuerst, dann die aus der Türkei. Nun gibt es auch russische, polnische und albanische (?) Straßenzüge.

Sogar in Essen Katernberg werden am hellerlichten Tage keine brutalen Banden über zwei Mädels mit einer Digicam herfallen. Aber macht doch mal Nachtaufnahmen!

Oder geht mal auf den Flohmarkt, der jeden Donnerstag und Samstag auf dem Parkplatz der Trabrennbahn alles feil bietet, was das Herz begehrt. Da trefft ihr fast mehr Kripo-Beamte als Händler und vielleicht findet ihr ja auch das Radio, das euch vor ein paar Tagen aus dem Wagen geklaut wurde. Ein polnischer Uhrmacher nimmt gerne eure Longines mit nach Hause, um sie dort zu reparieren. Service! "Kommt zurück nächste Woche! Ganz bestimmt." Klar!

Hart gesottene Katernberger machen einen Bogen um die russisch beherrschten Straßen, weil die (Zitat) "keine Hemmschwelle haben".

Schaut euch mal genauer um. Zerlumpte Kinder lassen sich nur schlecht "künstlerisch vermischen". (Mit dem Link zum Halfmannhof habt ihr euch einen echten Bock geschossen.)

Entschuldigt bitte, aber die Naivität eures Beitrages läßt mir gerade die Galle hochkommen.

Was glaubt ihr eigentlich? Habt ihr erwartet, dass die Banden welcher Nationalität auch immer vor euch posieren, kaum dass ihr auftaucht? Habt ihr erwartet, dass sich Dealer mit 'nen Kilo Koks unterm Arm fotografieren lassen?

Lokalkolorit findet ihr woanders.

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